Autor Hasnain Kazim zu Gast

 

Ein Bericht über die Podiumsdiskussion mit Hasnain Kazim am BZ St. Kilian. Die Schülerinnen und Schüler der elften Klasse haben diesen Bericht kollaborativ erstellt:

 

 

St. Kilian thematisiert Zivilcourage - Autor Hasnain Kazim zu Gast

 

Der in Wien lebende freie Journalist und Autor Hasnain Kazim besuchte am vergangenen Freitag das Katholische Bildungszentrum St. Kilian in Heilbronn um über seinen Alltag, in dem er sich aktiv gegen Rassismus und Diskriminierung aller Art einsetzt, aufzuklären. Schüler*innen beteiligten sich im Anschluss an Herr Kazims Lesung an der Podiumsdiskussion, in welcher noch offene Fragen zu den im Vortrag behandelten Themen besprochen wurden.

Zu Beginn seines Vortrags stellte sich Herr Kazim vor und klärte über seine Profession auf. Im Anschluss erzählte er über seine Kindheit, seine Anstellung bei der Heilbronner Stimme und seine ersten Erfahrungen mit Rassismus und Diskriminierung als Journalist und Autor, welche seine berufliche Karriere prägten. Er hob eine Konversation mit einer ehemaligen Französisch-Lehrerin hervor, welche ihm einen seiner tiefgreifendsten Werte nahebrachte: Sich bei Hass und Diskriminierung niemals unterkriegen zu lassen, sondern immer weiter für die eigene Überzeugung kämpfen. Seine Jugend war geprägt von den pogromartigen Geschehnissen zu Beginn der Neunzigerjahre. Betroffen von diesen Eindrücken schrieb er einen Kommentar an eine Zeitung, die einen speziellen Teil für Schüler*innen enthielt. Infolgedessen wurde er erstmals mit Anfeindungen konfrontiert - die sieben Hassbriefe, die damals noch per Post kamen, habe er bis heute aufbewahrt, schilderte er. Nach der Jahrtausendwende kamen derartige Nachrichten zunehmend per E-Mail und in stetig zunehmender Zahl. Exemplarisch für seinen persönlichen Umgang mit Nachrichten dieser Art las Herr Kazim eine Konversation aus seinem Buch „Post von Karl-Heinz“ in welcher er darstellte, wie er mit Anfeindungen und Hassbotschaften umgeht: Mit Konfrontation und dem Bestehen auf Selbstreflektion des Hassbriefautors, selbst wenn es manchmal unangenehm wird und für Gegenwind von Kollegen sorgt.

In der anschließenden Podiumsdiskussion wurde Kazim nach Ansätzen gefragt, wie man mit Hass und Diskriminierung im Alltag sowie Online am besten umgeht. Er antwortete, dass dies ein Stück weit eine Frage des persönlichen Typs und damit jedem selbst überlassen sei, jedoch wiederholte er seine Philosophie sich bei Hass niemals unterkriegen zu lassen. Er verstehe trotzdem, dass manche lieber Hass aufgrund ihrer eigenen mentalen Gesundheit ignorieren und versuchen sich so wenig wie möglich damit zu befassen. Weitere Diskussionspunkte waren der Umgang mit der AfD in der Öffentlichkeit und deren oder weltwirtschaftliche Strukturen, die als koloniale Überbleibsel rassistische Strukturen begünstigen. Bevor der Pausengong erklang, beendete Schulleiter Marc Hennen die Podiumsdiskussion, indem er Herr Kazims Arbeit mit dem Zitat „Menschen wie Sie sind das Salz der Erde“ lobte und ihm als Geste ein regionales Säckchen Salz überreichte.

Auch wenn Kazim laut eigenen Angaben dann doch lieber Chili als Salz sei, trägt er mit seiner Arbeit zur Weitergabe von Haltung und Courage bei. Den Schüler*innen durch seine Impulse wertvolle neue Perspektiven auf Diskriminierung und Rassismus nahegebracht, die sie vielleicht vorher noch nie in Betracht gezogen hatten. Die damit verbundene Dankbarkeit zeigte sich in einem tosenden Applaus am Ende der Veranstaltung.

 

Ein weiterer lesenswerter Bericht ist auf der Homepage der Diözese Rottenburg-Stuttgart zu finden: Friedensstifter in Aktion: Diözese Rottenburg Stuttgart (drs.de)

 

 

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